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Bypass- bzw. Umleitungsoperationen

bei Verschlüssen der Becken- und Beinarterien

Die Umleitungsoperationen erfordern in den meisten Fällen eine Vollnarkose, da die Operationsdauer oft zwei bis drei Stunden beträgt und die notwendigen Schnitte ausgedehnt sind.

Verengungen und Verschlüsse der Aorta und der Beckengefäße

Bei Verengungen und Verschlüssen der Aorta und der Beckengefäße, die nicht mehr durch Ballondilatation und Stents behandelt werden können, muss eine Y-Prothese implantiert werden. Die Operation erfordert auf jeden Fall eine Vollnarkose. Der Bauchraum muss eröffnet werden, um die Hauptschlagader freizulegen. Ebenso müssen die Leistenschlagadern freigelegt werden. Als Ersatz des erkrankten Abschnittes wird eine Kunststoff-Gefäßprothese (Y-Prothese) mittels feiner Nähte an die Gefäße angenäht. Die Wunden werden schichtweise wieder verschlossen.

Die Operationsdauer beträgt etwa zwei bis drei Stunden, nach der Operation wird der Patient auf der Intensivstation überwacht. Der gesamte Krankenhausaufenthalt dauert etwa acht bis 14 Tage.

Ausschälung der Leistenschlagader

Die Ausschälung der Leistenschlagader (Thrombendarteriektomie und Patchplastik), auch Leistendesobliteration genannt, ist ein häufig durchgeführter Eingriff, der den Patienten nicht stark belastet. Diese Operation kann auch mit einer rückenmarksnahen Betäubung durchgeführt werden.

Über einen Leistenschnitt werden Leistenschlagadern freigelegt, die Gefäße werden abgeklemmt und eröffnet, die Ablagerungen können ausgeschält werden. Die Gefäße werden durch einen erweiternden Kunststoffflicken wieder verschlossen.

Verschluss der Oberschenkelarterie

Zur Überbrückung eines Verschlusses der Oberschenkelarterie wird eine Umleitung aus Kunststoff oder der körpereigenen Vene angelegt. Der Bypass verläuft zwischen der Schlagader in der Leiste und der Knieschlagader. Je nach Höhe des Anschlusses unterscheidet man Bypässe oberhalb und unterhalb des Kniegelenkes.

Ist die Knieschlagader auf ihrem gesamten Verlauf verschlossen und ist meist auch nur noch eine gute Unterschenkelschlagader vorhanden muss der Bypassanschluss dort erfolgen. Man verwendet für diese Bypässe wenn möglich nur eine körpereigene Vene, da Kunststoffbypässe nicht lange genug offen bleiben.

Verwendet wird die Vena saphena magna. Sie verläuft an der Innenseite des Beines vom Fuß bis zur Leiste. Sie gehört zum oberflächlichen Venensystem und liegt direkt unter Haut und Fettgewebe. Sie wird auch für Herzbypässe verwendet.

Oft und wenn möglich belässt man die Vene in ihrer anatomischen Lage. Sie wird in der Leistenregion auf die Leistenschlagader genäht. Anschließend zerstört man die Venenklappen, da das Blut jetzt eine andere Flussrichtung hat. Dann wird das Ende der Vene auf das Empfängergefäß (Unterschenkelarterien) genäht. Nun müssen noch alle Äste der Vene aufgesucht und unterbunden werden, um einen uneingeschränkten Blutfluss zum Unterschenkel und Fuß zu bekommen. Diese Form des Bypasses wird in-situ-Bypass genannt. Ist dies nicht möglich, kann die Vene ganz entnommen oder die Vene der Gegenseite genommen werden und wie ein Kunststoffbypass eingepflanzt werden.