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Chronisch venöse Insuffizienz

In der Bonner Venenstudie konnte eine Prävalenz aktiver Unterschenkelgeschwüre (C6 nach CEAP) in 0,1 Prozent der Bevölkerung ermittelt werden. Etwa 100.000 Menschen in Deutschland leiden an einem Ulcus cruris venosum. 25 Prozent dieser Ulcera sind mit konservativen Therapieansätzen nicht ausreichend therapierbar und sind daher als therapieresistent (Definition: keine Heilungstendenz innerhalb von 3 Monaten nach Ausschöpfung aller konservativer Möglichkeiten) einzustufen und bedürfen einer operativen Therapie. Bei diesen Patienten vergehen bis zur ersten operativen Behandlung im Mittel 16 Jahre.

Für die operative Therapie schlecht heilender, therapieresistenter venöser Unterschenkelgeschwüre stehen wissenschaftlich validierte und effektive Methoden zur Verfügung.
Die operativen Konzepte lassen dich in drei Ansätze gliedern:

  • Behandlung der primären oder sekundären Varikosis: Stripping-Operation oder endovenöse Verschlussverfahren
  • Kausale Therapie: paratibiale Fasziotomie und Fasziektomie
  • Lokale Eingriffe: Shave-Therapie, Ulcusexzision

Die Effektivität der Ausschaltung insuffizienter epi- und transfaszialer Venen als kausale Therapie des Ulcus cruris venosum ist gut belegt sowohl bei einer zugrunde liegenden primären als auch bei der sekundären Varikosis.

Mit der subfaszialen endoskopischen Perforansdissektion können insuffiziente Perforansvenen unterbrochen werden. Dieses Verfahren bietet sich insbesondere bei schweren trophischen Störungen im Unterschenkelbereich bei bestehender Perforansveneninsuffizienz an. Dieses Verfahren kann mit der paratibialen Fasziotomie kombiniert werden, wodurch ein chronisch venöses Kompartmentsyndrom positiv beeinflusst werden kann.

Die operative Therapie der tiefen Leitveneninsuffizienz hat sich aufgrund geringer Erfolgs- und relativ hoher Komplikationsraten als Standardverfahren nicht durchgesetzt.

Bei großflächigen und therapieresistenten Ulcera ist die wenig invasive und rein symptomatische Shave-Therapie (als suprafasziale Nekrosektomie und Fibrosektomie) Methode der Wahl. Die operative Belastung für den Patienten ist gering.

Die Fasziektomie mit kompletter Entfernung des Ulcus einschließlich der Faszia cruris ist für den Patienten belastender als die Shave-Therapie. Die Fasziektomie hat daher ihre Indikation bei Sonderfällen mit besonders schwerem Verlauf und freiliegenden subfaszialen Strukturen und tiefgreifenden nekrotischen Veränderungen. Kommt es zur Abstoßung der deckenden Mesh-Graft, so ist der Heilungserfolg in Frage gestellt. Insgesamt sind im Langzeitvergleich nach sieben Jahren die Ergebnisse der Faszektomie mit 50 Prozent Heilungsrate schlechter als nach der Shave-Therapie mit einem Heilungserfolg von bis zu 70 Prozent.