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Untersuchung der Beanspruchung von Herzchirurgen während aortokoronarer Bypassoperationen
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Untersuchung der Beanspruchung von Herzchirurgen während aortokoronarer Bypassoperationen

Principal Investigator

PD Dr. Yeong-Hoon Choi, Prof. Dr. Thorten Wahlers

 

Doktorand

Marc Schönherr

 

Kooperationspartner

PD Dr. Albus, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

 

Kurzzusammenfassung

In der vorliegenden Untersuchung wurde die intraoperative Belastung von zehn männ-lichen Herzchirurgen während Bypassoperationen untersucht.
Die mentale Belastung während eines herzchirurgischen Eingriffs lässt sich mit den beiden erhobenen Parametern Herzfrequenz und sympathovagale Balance erfassen. Sie geht mit signifikanten Anstiegen der Herzfrequenz gegenüber Ruhe einher. Auch das Gleichgewicht der kardialen Regulation, ist in zugunsten einer vermehrten sympa-thischen Aktivität im Sinne einer erhöhten SVB verschoben.
Bei bestimmten Tätigkeiten ist die Belastung des Operateurs besonders groß. Hierbei handelt es sich zunächst um die präoperative Phase und dem folgenden Operationsbe-ginn, die beide Stresssituationen darstellen. Ferner lassen sich auch in Phasen der Ischämiezeit, in denen das Operationsteam unter vermehrtem Zeitdruck steht, Zeichen einer erhöhten Anspannung nachweisen. Insbesondere das Nähen der Anastomosen bewirkt eine höhere Belastung. Beim späteren Abgang von der Herz-Lungen-Maschine zeigt sich, ob Präzision erfolgreich war. Besonders für den die Verantwortung tragenden Chirurgen ist dies ein weiterer Moment, der mit vermehrter Anspannung einhergeht.
Bis auf wenige Ausnahmen zeigt sich kein wesentlicher Unterschied in der Belastung von Operateur und Assistent bei einer Bypassoperation. Assistenten sind nur dann stärker belastet, wenn von ihnen eigenverantwortliches Handeln gefordert wird. Hierzu zählt das Präparieren der Grafts und die Hautnaht. Das Nähen der distalen Anasto-mosen in Ischämiezeit stellt für Operateur und Assistenten gleichermaßen eine hohe psychische Belastung dar.
Ein wenig erfahrener Operateur profitiert bei der Durchführung eines Bypasseingriffs von der Anwesenheit des erfahrenen Assistenten, er wird weniger beansprucht. Ein erfahrener Operateur sieht sich demgegenüber einer vergrößerten psychischen Belas-tung ausgesetzt.
Herzchirurgen sind insgesamt während einer Bypassoperation nicht übermäßig belastet. Ihre Anspannung ist vergleichbar mit der von Chirurgen anderer chirurgischer Dis-ziplinen.