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Aortenklappenersatz konventionell mit Stentprothese
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Aortenklappenersatz konventionell mit Stentprothese

In der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Herzzentrum der Uniklinik Köln werden alle Varianten des operativen Aortenklappenersatzes, einschließlich innovativer minimal-invasiver Verfahren, durchgeführt.


Als eines von nur 6 Zentren weltweit setzen wir dabei im Rahmen einer klinischen Studie auch eine sogenannte „schnell implantierbare Prothese (Edwards Intuity Klappen System) ein.


Hintergrund des Einsatzes „schnell implantierbarer“ Klappenprothesen ist es, das Operationsrisiko für den einzelnen Patienten möglichst niedrig zu halten. Das Standardverfahren ist nach wie vor der Klappenersatz über eine Eröffnung des Brustbeines von vorne unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine. Hierbei wird die erkrankte Herzklappe komplett entfernt. Anschließend wird die Klappenprothese mit Hilfe von 12-14 Nähten eingeknotet (Abbildung 1). Dieses Operationsverfahren hat sich über viele Jahre bewährt wodurch es hier ein großes Erfahrungspotential gibt.

 

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Abbildung 1: Standardverfahren beim Aortenklappenersatz Courtesy Edwards, Irvine, California, USA

Da der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine jedoch nicht von allen Patienten gleich gut toleriert wird und insbesondere Patienten mit schweren Begleiterkrankungen und einem reduzierten Allgemeinzustand einem erhöhten Operationsrisiko ausgesetzt sind, sind Techniken entwickelt worden um das Operationsrisiko zu vermindern. So gibt es mittlerweile biologische Prothesen, welche stark gefaltet werden können und sich mittels eines Ballonkatheters über einen kleinen Zugang zum Herzen (entweder über die Herzspitze oder über die Leistengefäße) ohne Verwendung der Herz-Lungen-Maschine einsetzen lassen. Diese Verfahren haben jedoch den Nachteil, dass die erkrankte Herzklappe nicht wie sonst üblich unter Sicht entfernt werden kann sondern lediglich an den Rand gedrängt wird, was insbesondere bei schwer verkalkten Klappen problematisch sein kann. Des Weiteren ist noch nicht abschließend geklärt wie lange die Katheter gestützt eingesetzten Herzklappen halten werden. Deshalb wird das Katheter gestützte Verfahren derzeit nur bei Hochrisikopatienten eingesetzt.
Um nun die Vorteile der Standardoperation (Entfernung der Klappe unter Sicht, Verwendung über viele Jahre bewährter Prothesen mit bekannt langer Haltbarkeit) zu Nutzen und das Operationsrisiko trotzdem zu verringern, wurde eine seit vielen Jahren verwendete biologische Klappenprothese (Carpentier Edwards Perimount Platform) dahingehend erweitert, dass sie anstatt mithilfe der 12-14 Nähte über einen speziellen Verankerungsmechanismus befestigt wird. Dieser besteht aus einem zusätzlichen Befestigungsring an der Prothese, welcher nach Entfernung der erkrankten Klappe unter Sicht mithilfe eines Ballons aufgedehnt wird, wodurch die neue Klappe in Ihrer Position verankert wird (Abbildung 2).

 

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Abbildung 2: Schematische Darstellung der Prothesenverankerung durch Aufblasen des Ballons, Courtesy Edwards, Irvine, California, USA

Durch den Einsatz derartiger „schnell implantierbarer“ Prothesen lässt sich die Operationszeit, insbesondere die kritische Phase während des Herzstillstandes an der Herz-Lungen-Maschine, deutlich minimieren. Hierdurch reduziert sich das Risiko ungünstiger Effekte der Herz-Lungen-Maschine. Zudem erholen sich Patienten mit kurzer Herz-Lungen-Maschinen Zeit schneller von der Operation.
Derzeit wird diese „schnell implantierbare“ Klappe nur im Rahmen einer klinischen Studie eingesetzt. Unsere Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Herzzentrum der Uniklinik Köln ist eines von weltweit 6 Zentren die an dieser Studie teilnehmen. Nach den bisherigen Erfahrungen lässt sich die „schnell implantierbare“ Klappe sehr sicher und mit einer deutlichen Zeitersparnis implantieren. In die Studie eingeschlossen werden können alle Patienten, die sich einem Aortenklappenersatz aufgrund einer Aortenklappenstenose unterziehen müssen. In die Studie eingeschlossen werden natürlich nur Patienten, die nach einem ausführlichen Aufklärungsgespräch einwilligen. Studienpatienten erhalten neben den üblichen Nachsorgeuntersuchungen zusätzliche echokardiographische Kontrollen um den langfristigen Erfolg dieses innovativen Verfahrens zu dokumentieren.
 

Aortenklappenersatz mit Stentprothese    

Video eines Aortenklappenersatzes mit einer neuartigen Bioprothese, die auf einem Stentgerüst sitzt.

Das Video stellt die Implantation einer hochmodernen Bioprothese vor, die sich aus der Kombination eines Nitinol-Gerüst-Stents mit einer konventionellen biologischen Prothese zusammensetzt. Der Vorteil dieser neuen Prothese liegt in einer deutlich verkürzten Implantationszeit, da die Klappe nur noch mit 3, anstatt 12 bis 15 Nähten eingebracht werden muss. Zudem weisen diese Klappen aufgrund der Größenverhältnisse ein verbessertes Durchflussverhalten im Verhältnis zu konventionellen Klappen auf. Das 8-Minuten-Video zeigt die Durchführung einer solchen Operation am Universitätsklinikum Köln. Derzeit werden diese Prothesen im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie evaluiert.