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Herztransplantation, Kunstherz

Schweres Herzversagen stellt in unserer westlichen Gesellschaft die häufigste Todesursache dar. Neue medikamentöse Therapien, die Einführung spezieller Herzschrittmacher und mechanischer Unterstützungssysteme für den erkrankten Herzmuskel haben dazu beigetragen, die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium (terminale Herzinsuffizienz) zu erhöhen. Sie haben die Herztransplantation jedoch bisher nicht ersetzen können. Über 40 Jahre nach der ersten Herztransplantation am 3. Dezember 1967 durch Prof. Christiaan Barnard stellt die Herztransplantation nach wie vor eine wesentliche Option zur Behandlung von Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz dar.

Das Herztransplantationsprogramm der Universität Köln besteht seit 1994. Seither haben mehr als 100 Patienten ein Spenderherz erhalten. Das Kölner Herztransplantationsprogramm erfolgt in enger Kooperation mit der Klinik für Kardiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Erland Erdmann.

Die Mitarbeiter unserer Transplantationsambulanz betreuen Patienten auf der Warteliste vor Herztransplantationen und führen die Transplantationsnachsorge durch. Besonderes Augenmerk gilt der Vermeidung akuter und chronischer Abstoßungsreaktionen sowie dem Management der immunsuppressiven Medikation (Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, um so eine Abstoßungsreaktion des Körpers gegen das transplantierte Herz zu unterbinden). In dem ersten Jahr nach der Operation werden regelmäßige Gewebeproben zur Kontrolle und zum Ausschluss von Abstoßungsreaktionen entnommen. Danach erfolgt die Abstoßungsdiagnostik primär nicht-invasiv. In jährlichen Abständen werden bei den Patienten stationäre Jahreskontrolluntersuchungen durchgeführt.

Im Rahmen der Überbrückung bis zur Herztransplantation werden in der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie sämtliche mechanische Kreislaufunterstützungssysteme implantiert.

Langzeittherapie und Überbrückungstherapie zur Herztransplantation

Die Herztransplantation stellt derzeit den Goldstandard für die Behandlung der Herzinsuffizienz im Endstadium dar. Limitierend ist jedoch die viel zu geringe Zahl an Spenderorganen. So konnten laut der Eurotransplant International Foundation im Jahr 2007 nur 377 Herztransplantationen in Deutschland durchgeführt werden. Die Wartezeit für ein Spenderherz liegt für eine geplante Transplantation bei mehr als einem Jahr. Die Sterblichkeit auf der Warteliste beträgt aufgrund des Organmangels etwa 15 bis 20 Prozent pro Jahr. Dieses schwerwiegende medizinische Problem kann aktuell nur durch den Einsatz von Kunstherzsystemen kompensiert werden.

Unter den Kunstherzsystemen versteht man implantierbare mechanische Blutpumpen, die den versagenden Herzmuskel unterstützen oder ersetzen. Sie überbrücken entweder den Zeitraum bis zur Herztransplantation oder sie übernehmen die Herztätigkeit als permanenter Langzeitersatz, als Dauertherapie.

Das Herzzentrum der Universitätsklinik Köln zählt mit der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie zu den weltweit zertifizierten Zentren, die eine Operation mit einem totalen Herzersatz vornehmen können.

Mittlerweile sind mehr als 1000 Herzunterstützungssysteme Cardiovest implantiert worden. Diese kommen immer dann zur Anwendung, wenn eine Erholung des eigenen Herzens nicht mehr möglich ist und eine sog. Destination-Therapie oder eine Überbrückung bis zur Transplantation bei einem Patienten notwendig ist. Köln verwendet diese Art der Herzunterstützung seit 2007 im Rahmen des Herzunterstützungs- und Transplantationsprogramms. Neben Köln sind nur noch wenige Zentren in der Bundesrepublik hierfür zertifiziert: Syncardia zertifizierte Zentren