Herz- und Thoraxchirurgie

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen

Hyperhidrosis

Als Hyperhidrosis versteht man das übermäßige Schwitzen, insbesondere in den Achseln und an Händen und Füßen. Die Schweißsekretion im Sinne der Temperaturregulierung des Körpers wird über das sogenannte Sympathische Nervensystem gesteuert. Im Gegensatz zum somatischen Nervensystem, das die Motorik (Bewegung der Muskulatur) und die sensiblen Empfindungen (Tasten, Schmerz, Kälte, Wärme usw.) bewerkstelligt, gehört der Sympathikus zum autonomen Nervensystem, welches wir willentlich nicht beeinflussen können. Neben dem Schwitzen ist der Sympathikus für weitere Funktionen, wie Atem- und Herzfrequenz zuständig.

Unter einer Hyperhidrosis leiden in Deutschland ca. 1% der Bevölkerung.

Bisher konnte leider keine konkrete Ursache für das übermäßige Schwitzen gefunden werden. Bisher ist auch nicht bekannt, ob der Störung ein Defekt der Schweißdrüsen selbst oder eine Überaktivität des sympathischen Nervensystems zugrunde liegt.

In den meisten Fällen leiden die Betroffenen unter übermäßigem Schwitzen im Bereich der Achseln, der Hände und/oder Füße. Die ständig feuchten Gliedmaßen oder Schweißflecken unter den Armen trotz häufigem Kleiderwechsel stellen die Patienten häufig vor gesellschaftliche Probleme bis hin zur sozialen Ausgrenzung. Scham und Unsicherheit führen zu starker psychischer Belastung der Betroffenen.

Die Diagnostik fällt bei diesem Krankheitsbild eher kurz aus, da die benötigten Informationen, die für die Diagnosestellung von Nöten sind, allein durch die Angaben des Patienten und der klinischen Erscheinung (offensichtliches, dauerhaftes Schwitzen) gewonnen werden können.

Bevor man zum Äußersten geht und eine operative Therapie des vermehrten Schwitzens vornehmen lässt, werden die jeweiligen Fachärzte alle möglichen konservativen Therapiemöglichkeiten probieren. So gibt es spezielle Cremes und Sprays, die eine Austrocknung der Schweißdrüsen hervorrufen können. Weitere Optionen sletten die Iontophorese (elektrische Stimulation der Hände) und die Injektion von Botunilumtoxin (verhindert die Weiterleitung des Nervimpulses) dar. Auch Medikamentöse Ansätze, wie z.B. der Einsatz von Sedativa zur Behandlung der stressbedingten Hyperhidrosis, stehen zur Verfügung. Wurden sämtliche Möglichkeiten der konservativen Therapie ausgeschöpft und brachte keine der Möglichkeiten einen zufriedenstellenden Erfolg, so wird Sie Ihr behandelnder Arzt an ein spezielles Zentrum für Minimal-invasive-Thoraxoperationen verweisen. Der Eingriff erfolgt als minimal-invasive Thorakoskopie. Hierzu wird ein kleiner Hautschnitt vorgenommen, durch den ein Kamerainstrument in die Brusthöhle eingeführt werden kann. Weitere kleine (ca. 1cm lange Schnitte) werden gebraucht, um Arbeitsinstrumente wie Pinzette und co. einzubringen. Die Zellbündel des sympathischen Nervenstranges werden nun auf entsprechender Höhe der Wirbelsäule (zweites bis viertes Rippenköpfchen für Arm und Hand, zweites und drittes für Axel mit einem Schereninstrument entfernt oder mit Hilfe eines Elektrokauters, der Gewebe verödet, funktionsunfähig gemacht. Trotz des geringen Umfangs eines solchen Eingriffs stellt er eine Operation dar, die Risiken und Nebenwerkungen besitzt. Daher sollten Sie zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt das Für und Wider dieser therapeutischen Möglichkeit genau abwägen.