Zuweisende Ärzte

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Herz- und Thoraxchirurgie / Zuweisende Ärzte / Eigenblutspende

Eigenblutspende

Liebe Patientin, lieber Patient,

Aufgrund der bei Ihnen festgestellten Erkrankung ist ein herz- bzw. thoraxchirurgischer Eingriff angezeigt. Bei großen Operationen, zu denen auch Herzoperationen gehören, ist mit größeren Blutverlusten zu rechnen. Wir bemühen uns natürlich, diese Blutverluste so gering wie möglich zu halten, und zwar durch:

  • gewebeschonendes Operieren und sorgfältige Blutstillung
  • Aufbereitung und Re-Transfusion des mit dem Operationssauger (Cell-Saver) aufgesaugten Blutes (sogenanntes autologe Blutsparverfahren).

Häufig reichen diese Maßnahmen (insbesondere bei Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine) jedoch nicht aus, sodass die Übertragung von Blutkonserven erforderlich wird. Hier muss unterschieden werden zwischen der Übertragung von Fremdblut von einem fremden Spender (homologe Transfusion) und der Übertragung von Eigenblut, das der Patient selbst vor der Operation gespendet hat (autologe Transfusion).

Vorteile und Risiken der Eigenblutspende

Bei der Übertragung von Eigenblut fallen die Risiken der Übertragung von Fremdblut (insbesondere die Infektion mit Virushepatitis, HIV (AIDS-Erreger), Malaria, Lues (Syphilis), Cytomegalieviren, Toxoplasmose; Transfusionsreaktionen; allergische Reaktionen; Immunisierung des Empfängers) weg.

Daraus ergibt sich der Vorteil der Eigenblutspende: Eigenblut ist das sicherste Blut, das es gibt.

Um Ihre eigene Sicherheit noch zu erhöhen, werden bei jeder Eigenblutspende folgende Untersuchungen durchgeführt: Bestimmung der Blutgruppe (ABO/Rhesus-System), Untersuchung des Blutes auf sogenannte Alloantikörper, die zu Transfusionszwischenfällen führen können, sowie infektiologische Untersuchungen (auf HIV (AIDS), Hepatitis B und C, Lues (Syphilis). Alle diese Untersuchungen dienen Ihrer eigenen Sicherheit, die Ergebnisse unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.

Wie jede Blutspende ist aber auch die Eigenblutspende nicht völlig ohne Risiken:

  • Die Verringerung der zirkulierenden Blutmenge führt gelegentlich zu vorübergehenden Kreislaufstörungen (Blutdruckabfall, Schwindel, Kollaps).
  • Da es durch die Blutspende zu einer vorübergehenden Abnahme der Zahl der für den Sauerstofftransport zuständigen roten Blutkörperchen kommt, kann sich dies durch Müdigkeit und schnellere Erschöpfung bei körperlicher Anstrengung bemerkbar machen.
  • Möglicherweise kann es auch zu einer Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung des Herzens kommen, die sich durch Herzbeschwerden oder EKG-Veränderungen äußert; nur sehr selten muss dann die Eigenblutspende vorzeitig abgebrochen werden.

Gegenanzeigen

Der Patient kann Vollblut (enthält Blutkörperchen und Blutplasma) spenden. Vollblut wird nach der Spende in Komponenten (Erythrozytenkonzentrat und Fresh Frozen Plasma) aufgetrennt. Eine Eigenblutspende kommt bei den meisten Patienten in Frage.

Gegenanzeigen für die Eigenblutspende sind:

  • kritische Aortenklappenstenose
  • Hauptstammstenose der linken Herzkranzarterie
  • manifeste Herzinsuffizienz (NYHA III – IV)
  • schlechte Auswurfleistung der linken Herzkammer
  • stabile Angina pectoris (bei leichter und geringster Belastung = Grad III u. IV); instabile Angina pectoris (Ruheangina)
  • Herzinfarkt in den letzten 3 Monaten
  • bestimmte Herzrhythmusstörungen
  • akute Infekte mit der Möglichkeit einer hämatogenen Streuung
  • sehr schlechte Venenverhältnisse
  • reduzierter Allgemeinzustand
  • Synkopen unklarer Genese
  • cerebrales Anfallsleiden (Epilepsie)
  • Schwangerschaft
  • Blutarmut (Anämie) mit Hämoglobinkonzentration unter 11 mg/dl
  • orale Antikoagulantientherapie mit Marcumar.

Wichtig: Vorbeugung eines Eisenmangels

Zum Ausgleich der mit der Blutspende verbundenen Eisenverluste (Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil des Blutfarbstoffes Hämoglobin) ist die vorübergehende Einnahme von Eisenpräparaten (zum Beispiel 3 x täglich 1 Kapsel ferro-sanol duodenal) erforderlich. Bitten Sie Ihren Hausarzt, Ihnen für diese Eisentabletten ein Rezept auszustellen. Die Eiseneinahme sollte möglichst schon 1-2 Wochen vor der ersten Blutspende begonnen werden und mindestens bis zur Operation fortgesetzt werden. Nach der Einnahme von Eisenpräparaten kommt es häufiger zu Beschwerden des Verdauungstraktes wie Verstopfung oder (seltener) Durchfall sowie zur Dunkelfärbung des Stuhls.

Wie können Sie Eigenblut spenden?

Setzen Sie sich bitte 5-6 Wochen vor dem vorgesehenen Operationstermin mit dem Institut für Transfusionsmedizin, in dem die Voruntersuchungen (1. Termin) und die Blutentnahmen (ab 2. Termin) durchgeführt werden, telefonisch in Verbindung und verabreden Sie dort einen Termin:

Eigenblutspende:

Uniklinik Köln, Institut für Transfusionsmedizin,
Blutspendezentrale, 50931 Köln, Joseph-Stelzmann-Str. 9, Gebäude 39,
Telefon +49 221 478-4805
Montag bis Freitag 08.00 bis 15.30 Uhr

  • Bringen Sie bitte zur Blutspende Ihren Personalausweis mit.
  • Sie brauchen bei dem Blutspendetermin nicht nüchtern zu sein (fettarmes Essen ist aber empfehlenswert).
  • Bringen Sie zu der Blutspende etwas Zeit mit, der gesamte Ablauf dauert mindestens eine Stunde: Nach einem kurzen Vorgespräch und einigen kurzen Voruntersuchungen (Blutdruckmessung, EKG-Registrierung, Blutentnahme zur Bestimmung des Hämoglobingehaltes) erfolgt dann die Entnahme von normalerweise 450 ml Blut. Das entnommene Blutvolumen wird durch die Infusion des gleichen Volumens einer Volumenersatzlösung (HAES) ersetzt, um Kreislaufreaktionen durch Volumenmangel vorzubeugen. Während der Blutspende werden Sie ärztlich überwacht.
  • Anschließend sollten Sie sich noch einige Minuten ausruhen, bevor Sie den Heimweg antreten. Beachten Sie, dass Sie eine Stunde nach der Blutspende nicht Autofahren dürfen. Sie sollten möglichst in Begleitung zur Eigenblutspende kommen.

Wenn Ihr Gesundheitszustand es zulässt, werden insgesamt vier Blutentnahmen (jeweils 450 ml) in wöchentlichen Abständen durchgeführt.

Wie andere Blutkonserven sind auch Eigenblutkonserven nur eine begrenzte Zeit haltbar. Sollte Ihr Operationstermin verschoben werden müssen, was sich leider manchmal nicht vermeiden läßt, kann Ihnen Ihre Eigenblutkonserve vor dem Verfalldatum rücktransfundiert werden und gleichzeitig eine neue (frische) Eigenblutspende erfolgen.

Wir haben Ihnen mit diesem Informationsblatt eine Möglichkeit vorgestellt, wie Sie selbst vorbeugend etwas für Ihre Gesundheit tun können und wie Sie sich selbst auf Ihre Operation vorbereiten können. Für weitere Fragen stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.

Ihr Team der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Uniklinik Köln