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Koronare Herzerkrankung

Die Behandlung von Koronarerkrankungen stellt ein Hauptarbeitsgebiet der Herzchirurgie an der Universitätsklinik Köln dar. Bei rund 70% aller Herzoperationen handelt es sich um Bypassoperationen. Hierbei kommen alle Arten moderner Bypasschirurgie an der Universitätsklinik Köln zur Anwendung.

 

 

 


Ein besonderer Forschungsschwerpunkt der Abteilung liegt in der Verwendung arterieller Grafts, d.h. des Einsatzes der linken inneren Brustwandarterie (A. mammaria interna), der simultanen Verwendung beider Brustwandarterien (frei oder in situ) und/oder der Verwendung der A. radialis. Diese Verfahren stellen eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Venenbypässe dar, die aus der oberflächlichen Beinvene (Vena saphena magna) gewonnen werden. Es konnte in Studien gezeigt werden, dass die Verwendung arterieller Grafts eine deutlich verbesserte Langzeitüberlebensrate wie auch eine geringere Rate von Re-Interventionen nach sich zieht. Daher kommen diese aufwendigen Operationsverfahren insbesondere bei jüngeren Patienten (< 60 Jahre) zur Anwendung, um die Notwendigkeit eines Zweiteingriffes bei fortschreitender Erkrankung möglichst gering zu halten.


Ein weiterer Schwerpunkt ist die Anwendung minimal-invasiver Operationsverfahren (MIDCAB), bei denen der Zugang zum Herzen über einen kleinen Schnitt unterhalb der linken Brustwarze erfolgt. Bei dieser Technik kann zugunsten des Patienten auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Mit Hilfe eines speziellen Instrumentariums wird die linke innere Brustwandarterie präpariert und am schlagenden Herzen auf die linke Koronararterie anastomosiert. Dieses Verfahren kommt vor allem bei koronarer Eingefäßerkrankung mit Beteiligung des Ramus interventricularis anterior oder des ersten Diagonalastes zur Geltung. Es liefert kosmetisch hervorragende Ergebnisse bei geringerer postoperativer Morbidität im Vergleich zum Standardeingriff.

Eine ideale Ergänzung dieser Technik ist das sogenannte Hybrid-Verfahren, das an unserem Herzzentrum in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Kardiologie (Leiter: Prof. Dr. E. Erdmann) praktiziert wird. Hierbei handelt es sich um die Kombination aus minimal-invasiver Herzchirurgie (MIDCAB) mit einer anschließenden Ballondilatation (PTCA) im Sinne eines zweizeitigen Verfahrens. Die PTCA wird einige Tage nach der Operation durch unsere kardiologischen Kollegen durchgeführt und eröffnet somit auch Patienten mit einer koronaren Zweigefäßerkrankung die Möglichkeit, von den guten Ergebnissen der modernen „Schlüssellochchirurgie“ zu profitieren.

Darüber hinaus bieten wir auch für ausgewählte Patienten mit Mehrgefäßerkrankungen (in der Regel Zweigefäßerkrankungen), die für die „Schlüssellochchirurgie“ nicht in Frage kommen, neue Operationsverfahren an. Diese Eingriffe werden zwar über einen konventionellen Zugang (Sternotomie), jedoch ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt (sogenannter OPCAB). Da auch hier am schlagenden Herzen operiert wird, minimiert sich das Morbiditätsrisiko hinsichtlich der extrakorporalen Zirkulation.

Eine weitere Fortentwicklung an der Universitätsklinik Köln stellt die minimal-invasive Venenentnahme am Bein dar, die in vielen Fällen bei der konventionellen Bypassoperation zur Anwendung kommt. Hierbei wird die Bypassvene nicht über einen langen durchgehenden Schnitt, sondern über mehrere kleine Inzisionen durchgeführt. Neben dem besseren kosmetischen Ergebnis profitieren gerade Diabetiker und AVK-Patienten von dem sehr seltenen Auftreten von Wundheilungsstörungen bei dieser Technik.
Durch die intraoperative Blutflussmessung in den angelegten Bypässen haben wir in unserer Abteilung die Möglichkeit, noch während des Eingriffs eine Qualitätskontrolle durchzuführen und den Erfolg der Operation sicherzustellen.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass bei etwa 10% - 30% der Patienten, bei denen eine Bypassoperation durchzuführen ist, die vorgestellten, speziell weiterentwickelten Verfahren zur Anwendung gebracht werden können.

Die Diskussion des für jeden Patienten notwendigen Behandlungsverfahrens erfolgt dabei in Abstimmung mit den zuweisenden Kardiologen im Rahmen einer Einzelfallberatung.