Kardiologie

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Kathetergestützte Therapie der Mitralklappeninsuffizienz (MitraClip)
Sie sind hier: Startseite / Kardiologie / Klinische Schwerpunkte / Kathetergestützte Therapie der Mitralklappeninsuffizienz (MitraClip)

Kathetergestützte Therapie der Mitralklappeninsuffizienz (MitraClip)

Kathetergestützte Mitralklappen-Rekonstruktion der Mitralklappeninsuffizienz: MitraClip

 

Die Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralklappeninsuffizienz) ist der zweithäufigste erworbene Klappenfehler, der sowohl mit einer Einschränkung der Lebenserwartung als auch mit einer erheblichen Abnahme der alltäglichen Belastbarkeit meist aufgrund von Luftnot einhergeht.
Obwohl die Operation der Mitralklappe das Standardverfahren darstellt, zeigen neuere Erhebungen, dass knapp die Hälfte aller Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz einer solchen Operation nicht mehr unterzogen werden können. Ursächlich hierfür ist ein erhöhtes Operationsrisiko aufgrund schwerer Begleiterkrankungen, hohen Alters oder einer hochgradigen Einschänkung der Pumpfunktion des Herzens.
Für diese Patienten stellt die kathetergestützte Mitralklappenrekonstruktion mit MitraClip eine mögliche Therapiealternative dar (Abbildung 1).

MitraClip Abbildung 1

Dieses Verfahren ist die zur Zeit am besten etablierte Technik der interventionellen Therapie bei relevanter Mitralklappeninsuffizienz. Für den Eingriff, der unter Vollnarkose erfolgt, wird der MitraClip mit Hilfe eines Kathetersystems über die Leistenvene zum Herzen vorgeführt. Nach Punktion der Vorhofscheidewand erfolgt die Positionierung (Abbildung 2)

MitraClip Abbildung 2

und Befestigung des Clips an den beiden Segeln der Mitralklappe, wobei eine Doppelöffnung der Klappe erzielt wird (Abbildung 3).

MitraClip Abbildung 3


Ein schematischer Ablauf der Prozedur ist auch im Video-Clip dargestellt (hier klicken, um den Clip zu starten). Der Eingriff wird im Wesentlichen durch Ultraschall (Schluckechokardiographie) gesteuert. Die Gabe von Kontrastmittel ist nicht erforderlich. Nach dem Eingriff kommen die Patienten, meist bereits in wachem Zustand, für eine Nacht auf eine Überwachungsstation. Der gesamte Kliniksaufenthalt liegt bei unkompliziertem Verlauf zwischen 5 und 7 Tagen.
Die Indikation zur kathetergestützten Rekonstruktion der Mitralklappe wird im HeartTeam in enger Absprache zwischen Herzchirurgen und Kardiologen gestellt.

Cardioband:

Das neu entwickelte Cardioband verfolgt einen anderen Ansatz und zielt, wie die chirurgische Reduktion, ab auf eine Beseitigung der Mitralklappeninsuffizienz mittels Raffung der Mitralklappe durch Implantation eines Annuloplastierings (Abb. 4) und ist für ausgewählte Patienten mit funktioneller Mitralklappeninsuffizienz vorgesehen. Der Zugangsweg ist dabei identisch mit dem MitraClip: der steuerbare Katheter wird nach Punktion der Leistenvene und Punktion der Vorhofscheidewand in den linken Vorhof vorgeführt. Anschließend wird der im Katheter befindliche Annuloplastiering ultraschallgesteuert mit 12-16 kleinen Schrauben am Ring der Mitralklappe befestigt. Nach erfolgter Implantation kann der Ring ebenfalls über den Katheter gerafft werden, wodurch sich die Segel der Mitralklappe wieder einander annähern und so die Dichtigkeit der Klappe wieder hergestellt wird. 
Die Prozedur dauert etwa zwei bis vier Stunden und wird, wie der MitraClip, in Vollnarkose durchgeführt. Dennoch geht das Verfahren nur mit einer geringen Kreislaufbelastung einher und ist für den Einsatz bei schwer kranken Patienten mit Herzschwäche gedacht. Die Patienten werden unmittelbar nach dem Eingriff noch im Katheterlabor wieder wach. Der Krankenhausaufenthalt dauert bei unkompliziertem Verlauf zirka eine Woche.
Cardioband Abbildung 4A
Abbildung 4A: Cardioband Implantationssystem mit steuerbarer Schleuse und Delivery-Katheter.

Cardioband Abbildung 4B
Abbildung 4B: Implantiertes Cardioband am Modell vom Vorhof aus betrachtet.

MitraClip-Team:

 


Ansprechpartner:
Prof. Dr. V. Rudolph
[Email protection active, please enable JavaScript.]
Tel. 0221 478-32495
Fax 0221 478-32496