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Intravaskulärer Ultraschall (IVUS/ICUS)

Dr. Jens Hagemeister

Seit Einführung des intrakoronaren Ultraschalls (IVUS) in die invasive Diagnostik der koronaren Herzkrankheit Ende der 80er-Jahre hat man die Möglichkeit, ausführliche Information über die Wandbeschaffenheit der Koronargefäße zu erhalten und eventuell vorhandene pathologische Veränderungen direkt zu identifizieren. Die durch IVUS gewonnenen Querschnittbilder, vergleichbar einem histologischen Schnittbild, erlauben die in-vivo-Analyse des Gefäßlumens und der Wandschichten des Gefäßes. Darüber hinaus lassen sich atheromatöse Plaques, Dissektionen in der Gefäßwand und Thromben im Gefäß darstellen und charakterisieren.

Selbst komplexe Stenosen oder diffus atherosklerotisch veränderte Gefäße lassen sich sonographisch darstellen. Vergleiche mit histologischen Schnitt-Präparaten ergaben eine hohe Übereinkunft mit sonographisch gewonnen Befunden.

Einsatz

Die klinischen Einsatzmöglichkeiten des IVUS sind vielfältig. Bisher fand IVUS Verwendung bei der Überprüfung postinterventioneller Resultate als Qualitätssicherung, bei der Evaluierung angiographisch mehrdeutiger Befunde, bei der präinterventionellen Selektion alternativer Katheterrevaskularisierungsverfahren, beim Erfassen der Wirkung von Pharmaka auf das Gefäß und bei der Messung des Gefäßlumens insbesondere in exzentrischen Stenosen. Die Möglichkeit der detaillierten Darstellung der Wandbeschaffenheit eines Gefäßes durch den intrakoronaren Ultraschall, die durch angiographische Aufnahmen nicht gegeben ist, eröffnet daher eine vielversprechende und präzise Methode bei der Suche nach Faktoren, die die koronare Vasomotilität beeinflussen können.

Beim intravaskulären Ultraschall bedient man sich eines Aufbaus des US-Katheters mit miniaturisiertem Ultraschallschall-Transducer an der Spitze eines Koronar-Katheters. Es haben sich zwei Techniken des Transducer-Designs durchgesetzt: zum einen die in dieser Arbeit benutzten mechanisch rotierenden Systeme, bei denen das Ultraschallelement oder ein den Strahl reflektierender Spiegel über eine den Katheter durchziehende, extern angetriebene Welle rotiert wird, und zum anderen die elektronischen Multielement-Transducer („phased-array"-Transducer), bei denen mehrere (derzeit bis zu 128) Ultraschallkristalle ringförmig an der Katheterspitze angeordnet sind und, computergestützt, sequentiell elektronisch angesteuert werden (s. Abb.).

Ein typisches IVUS Bild wie es z. B. aus dem Modellbild ergeben könnte. Hell dargestellt ist schalldichtes Gewebe, Schwarz bedeutet keine Reflexion (z. B. Blut im Gefäßlumen, Schallauslöschung nach Kalk). Zentraler Kreis stellt Katheter-Artefakt dar. Drumherum (schwarz) stellt sich oval mit unscharfen Rändern das Gefäßlumen dar. Bei 9 Uhr ein längliches Kalkstückchen, dahinter Schallauslöschung, bei 3 Uhr schalldichtes Material mit kleinem Kalkanteil (3.30 Uhr). Zwischen 4 und 6 Uhr, aber auch zwischen 11 und 2 Uhr, weniger dichtes (fibrotisches und weiches) Material mit fleckigem Muster.

Indikationen:

  • unklare angiographische Befunde
  • Evalutation von Hauptstamm-Plaques
  • Stentkontrolle prä- und postinterventionell
  • Dissekationen
  • Interventionsplanung, Therapiekontrolle
  • Studien: Endothelfunktion etc.

 

IVUS-Technik: IVUS-Katheter im Gefäß