Kopfgrafik

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Kardiologie / Informationen für Zuweiser / Medizinische Schwerpunkte / Anatomie und Physiologie

Anatomie und Physiologie

Das offene Foramen ovale (PFO = Persistierendes / Patent Foramen ovale) ist Teil des embryonalen, vorgeburtlichen Kreislaufes. Vor der Geburt findet der Gasaustausch (Aufnahme von Sauerstoff, O2, und Abgabe von Kohlendioxid, CO2) des Kindes nicht über die noch unreife Lunge, sondern über die Plazenta und damit den mütterlichen Blutkreislauf statt.

Sauerstoffreiches Blut gelangt über die Nabelvene und untere Hohlvene in das rechte Herz (rechter Vorhof, Atrium). Die Blutströmung trifft gegen eine Membran (Vorhofseptum, Vorhofscheidewand) im Bereich der Fossa ovalis (eine anatomische Bezeichnung einer “Schwachstelle” am Herzen). Hier befindet sich bei dem Ungeborenen noch eine kleine Öffnung zwischen dem kaudalen Anteil des rechtsseitigen Septum secundum und dem kranialen Anteil des linksseitigen Septum primum. Der gegen das Septum gerichtete Blutstrom führt zu einer Öffnung des PFO. Dadurch gelangt das Blut an der unreifen Lunge vorbei in den linken Vorhof und die linke Herzkammer des Körperkreislaufes (Gehirn, innere Organe, Extremitäten).

Mit der Geburt, zugleich mit den ersten Atemzügen, entfaltet sich die Lunge. Dadurch nimmt der Druck im rechten Vorhof ab, so dass er niedriger liegt als der Druck im linken Vorhof. Das Blut im rechten Vorhof strömt jetzt über die rechte Herzkammer in die Lunge. Nach Passage der Lungenstrombahn, wo jetzt der Gasaustausch stattfindet, gelangt das Blut über Lungenvenen, linken Vorhof und linke Herzkammer in den großen Kreislauf. Diese Veränderungen der Hämodynamik führen zu einem funktionellen Verschluss des Foramen ovale, da jetzt das Septum primum von der linken Seite gegen das Septum secundum gedrückt wird. Im Verlauf von einigen Wochen bis Monaten kommt es zu einer Verklebung der beiden Septumanteile und dadurch zum anatomischen Verschluss des Vorhofseptums.

Bei etwa 25% der Bevölkerung bleibt der anatomische Verschluss aus und beide Anteile des Septums können unter bestimmten Voraussetzungen auseinander treten und eine Verbindung zwischen den beiden Vorhöfen freigeben.



Blutstrom (blau) durch ein offenes
 

 Transösophageales Echobild eines PFO


Zur Übersicht Interventioneller Verschluss von Vorhofseptumdefekten