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Offenes Foramen ovale und Häufigkeit eines Schlaganfalls
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Offenes Foramen ovale und Häufigkeit eines Schlaganfalls

Wenn der Druck im rechten Vorhof den im linken Vorhof übersteigt (zum Beispiel beim Pressen, dem sogenannten Valsalva-Manöver, zum Beispiel beim Toilettegang), oder aber auch wenn der Blutstrom aus der Vena cava inferior direkt auf die Fossa ovalis trifft, kann sich das PFO öffnen und so einen Weg vom rechten in den linken Vorhof freigeben. Dabei kann sich für kleine, ansonsten unbedeutsame und nicht zu entdeckende Gerinnsel aus den Bein- oder Beckenvenen die Gelegenheit ergeben, durch das Vorhofseptum und das linke Herz in den großen Kreislauf zu gelangen, und auf diese Weise die Lunge und Filterung durch pulmonale Mikrozirkulation zu umgehen.

Ein solches Übertreten eines Thrombus vom Venensystem in den arteriellen Kreislauf wird als paradoxe Embolie bezeichnet.

Man spricht von einem kryptogenen Schlaganfall (ungeklärte Ursache), wenn keine Emboliequelle gefunden werden kann. Bei jungen Erwachsenen ist dies in etwa 40% aller Fälle nicht möglich. Erwachsene mit kryptogenem Schlaganfall, die weniger als 55 Jahre alt sind, haben mit größerer Häufigkeit ein offenes Foramen ovale als Patienten, die 55 Jahre oder älter sind. Die folgenden epidemiologischen und klinischen Daten unterstützen die Hypothese, dass ein offenes Foramen ovale eine ursächliche Rolle bei kryptogenen Schlaganfällen spielen kann:

  1. Die Häufigkeit eines offenen Foramen ovale in der Allgemeinbevölkerung bei 25%.
  2. Die Häufigkeit bei Patienten unter 55 Jahren mit kryptogenen Schlaganfall beträgt ca. 50%. Dagegen liegt die Häufigkeit bei Patienten über 55 Jahren mit kryptogenem Schlaganfall wiederum im Bereich von 25%
  3. Die Größe des Foramen ovale, bestimmt anhand dem Auseinanderweichen von Septum primum und Septum secundum, beträgt bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall 2,1 +/- 1,7 mm im Vergleich zu 0,6 +/- 0,8 mm bei Kontrollpersonen mit offenem Foramen ovale.


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