Forschung

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Kinderkardiologie / Forschung / AG Sport und Herzfehler

AG Sport und Herzfehler

Dr. Schickendantz in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln (Priv.-Doz. Dr. Birna Bjarnason-Wehrens) und der Psychologie der Universität zu Köln (Prof. Dr. Elisabeth J. Sticker)


Problemstellung - angeborene Herzfehler und Sporttauglichkeit

Die zu geringe Bewegungserfahrung im Alltag und in der Freizeit beruht auf Sorgen und Ängsten der Eltern, das Kind könnte zu stark belastet werden. Im Schulsport wünschen die Eltern oft eine Nicht-Beteiligung. Darüber hinaus sehen sich Lehrer oft nicht in der Lage, die möglichen Risiken richtig einzuschätzen und favorisieren ebenfalls die Nichtteilnahme am Sport; andererseits beurteilen einige Schulen teilnehmende herzkranke Kinder wie Gesunde. Übungen, die nicht ausgeführt werden können, werden mit „ungenügend“ zensiert und führen bei den Kindern zu Frustrationen. Jugendliche in weiterführenden Schulen sind gezwungen, den Sportunterricht abzuwählen, um ihre Zeugnisnoten nicht zu gefährden. Diese unbefriedigende Situation ist laut Umfrage bei den Kultusministerien in den Ländern uneinheitlich.

Die Notwendigkeit von Sport für die psychomotorische Entwicklung von Kindern ist vielfach beschrieben. Dies gilt im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch für chronisch kranke Kinder und Jugendliche mit angeborenen Herzfehlern.

Die Arbeitsgemeinschaft psychosoziale Belange und Rehabilitation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (PS-AG) in der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie hat dazu folgende Vorgehensweise empfohlen:
Um den Kindern eine angemessene Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen – Freizeitsport, Schulsport und Vereinssport – zu ermöglichen und die beschriebene Kaskade zu durchbrechen, ist eine ausführliche und verständliche Information für Sportpädagogen und Eltern erforderlich. Diese muss über die individuelle Leistungsfähigkeit der Kinder und deren mögliche Einschränkungen informieren. Sie sollte klare Informationen darüber enthalten, inwieweit die Kinder an den Angeboten teilnehmen können und dürfen, sowie über notwendige Einschränkungen bzw. Modifikationen der Gestaltung. Diese Informationen sind umfangreich und bedürfen des ärztlichen Attestes. Ziel der PS-AG war, den behandelnden Kinderkardiologen die Möglichkeit zu geben, mit geringem Zeitaufwand regelmäßig ein detailliertes Sport-Attestes aus zu stellen. Es wurde ein Software-Programm entwickelt mit vorformulierten Satzbausteinen. Dieses Programm kann zusammen mit einem ausführlichen Handbuch von der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) kostenlos heruntergeladen werden (http://www.kinderkardiologie.org/).
Es ist empfehlenswert, diese Bescheinigung primär den Eltern zur Weiterleitung an die Schulbehörden mitzugeben, um die Probleme der ärztlichen Schweigepflicht zu umgehen. Ein Zusatz, wonach eine Rücksprache der Sportpädagogen mit dem behandelnden Kinderkardiologen möglich ist, muss von den Eltern autorisiert werden.