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Medizinische Schwerpunkte

Der medizinische Schwerpunkt der Kinderkardiologie ist die Diagnostik und Behandlung angeborener Herzfehler.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Spezialisten der Schwangerschaftsdiagnostik, der so genannten Pränataldiagnostik, ist der Herzfehler eines Patienten oft schon vor der Geburt bekannt, so dass eine Behandlung - falls erforderlich - direkt nach der Geburt begonnen werden kann. Dies ist insbesondere bei Patienten mit duktusabhängiger Körper- oder Lungenperfusion wichtig, wenn ein Verschluss des Duktus art. nach der Geburt vermieden werden muss. Einer der international renommiertesten Experten,  Prof. Dr. med. Ch. Berg, gehört seit Februar 2010 zum Team am Kölner Universitätsklinikum.

Bei einigen Kindern ist bereits in der Neugeborenenperiode eine Herzoperation unvermeidbar. Im Herzzentrum Köln können angeborene Herzfehler in jedem Alter operiert werden. Insbesondere ist die Neugeborenenherzchirurgie ein anerkannter Schwerpunkt des Kölner Herzzentrums (Leiter der Kinderherzchirurgie, Prof. Dr. Ger Bennink). Hierzu belegen Statistiken der letzten Jahre exzellente Ergebnisse, insbesondere bei Operationen von komplexen Herzfehlern. Kinder, die in den ersten Tagen nach Geburt herzchirurgisch versorgt werden müssen, Norwood-Operation bei hypoplastischem Linksherz, der arteriellen Switch-Operation bei Transposition der großen Arterien (TGA), der Korrektur von totaler Lungenvenenfehlmündung (TAPVD), der Operation von komplexen Aortenisthmusstenosen oder auch (nur) der Anlage eines aorto-pulmonalen Shunts, sind wegen der großen Erfahrung im Team typische Patienten auf der kinderkardiologischen Station des Herzzentrums.

Auch Operationen des späteren Säuglings- oder Kindesalters, wie Korrekturen bei Fallot’scher Tetralogie, AV-Kanal (AVSD), Ventrikelseptumdefekten (VSD), Aortenklappenstenosen (Ross-Operation) und Koronaroperationen bei Säuglingen mit Bland-White-Garland Syndrom (ALCAPA, ARCAPA) werden, durch Daten europäischer Register belegt, mit besten Resultaten medizinisch versorgt. Fontan- und Hemi-Fontan-Operationen (TCPC u. PCPC), bei Kindern mit univenrikulärem Herz, sind im Kölner Herzzentrum Routineeingriffe.

Einsatz von Herzkathetern

Heute muss bei einem angeborenen Herzfehler nicht immer operiert werden. Einige Herzfehler benötigen keine Behandlung. Falls eine Behandlung erforderlich ist, können zunehmend minimal invasive Verfahren, als Alternative zur Herzchirurgie zum Einsatz kommen. Zunehmend mehr Herzfehler können ohne Operation mittels Herzkatheter beispielsweise über die Leiste behandelt werden. So verschließen wir die meisten Vorhofseptumdefekte (ASD) und einige Ventrikelseptumdekte (VSD) mit speziellen Verschlusssystemen (Devices) von der Leiste aus. Diese Patienten können am Folgetag geheilt nach Hause gehen. Gleiches gilt für Patienten mit Klappenstenosen, die mittels Ballonvalvuloplastie der Pulmonal- oder der Aortenklappe behandelt werden können. Bei Gefäßstenosen der Aorta oder der Lungenstrombahn kann die Engstelle ebenfalls mit einem Ballon durch eine Ballonangioplastie geweitet oder falls erforderlich mit einem Stent in Aorta oder Pulmonalgefäßsystem stabiliisiert werden. Sämtliche minimal invasive Verfahren werden bei uns routinemäßig durchgeführt - praktisch in allen Altersgruppen.

Neuerdings steht uns auch die Melodie®-Klappe, eine in einen Stent eingearbeitete biologische Pulmonalklappe, zur Verfügung. Diese wird ebenfalls über einen Katheter von der Leiste aus eingebracht (transcatheter pulmonary valve implant), so dass dem Patienten eine aufwändige Operation eines Conduit-Austauschs mit entsprechend langem Krankenhausaufenthalt erspart bleibt. Hierzu mehr in dem Artikel aus der 3. Auflage der Zeitschrift "Das Kölner Herzzentrum".

Operation und Katheter-Intervention können auch zu einem Hybrid-Eingriff kombiniert werden, zum Beispiel durch Stent-Implantation in einem Gefäß bei Korrektur-Operation am Herzen, der interventionelle VSD-Verschluss am geöffneten Thorax oder auch die so genannte „Gießen-Prozedur“ bei hypoplastischem Linksherz, bei welcher der Chirurg ein bilaterales Pulonalisbanding durchführt und der Kinderkardiologe den Duktus arteriosus durch einen Stent interventionell offenhält.

hybrid_op.jpgAls eine der international ersten Einrichtungen wurde im Kölner Herzzentrum ein sogenannter Hybrid-Operationssaal eingerichtet. Dieser Hybrid-Op kombiniert die Vorteile von gängigem Herzkatheterlabor und Operationssaal und bietet damit hervorragende Voraussetzungen für komplexe Behandlungsstrategien.

 


 

Herz-Rhythmusstörungen im Kindes- und Jugendalter

Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik für Kinderkardiologie im Herzzentrum liegt in der Diagnostik und Behandlungen von Herz-Rhythmusstörungen im Kindes- und Jugendalter. Diagnostisch stehen uns hierfür spezielle EKG-Analysen, erweiterte Langzeit-EKG-Analysen wie 12-Kanal-Langzeit-EKG und transösophageales Langzeit-EKG und nicht zuletzt die kathetergestützte Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) zur Verfügung.

Spezielle Expertise haben wir dabei in der Diagnostik und Behandlung von Ionenkanalerkrankungen wie dem Long-QT-Syndrom (LQTS) oder dem Brugada-Syndrom sowie anderen selteneren angeborenen Herzrhythmusstörungen.

Ablationsbehandlungen

Zur Erhöhung der Prozedursicherheit und zur Reduktion der Strahlungsbelastung bei den hier regelmäßig durchgeführten Ablationsbehandlungen von Arrhythmien steht uns das intrakardiale Mapping System (Loca-Lisa®) zur Verfügung. Hiermit können sensible Strukturen wie das His-Bündel – ebenso wie Ablationspunkte – virtuell markiert werden, so dass Ablationsorte noch sicherer identifiziert werden können.

Bei arrhythmogenen Substraten in Nähe des Reiz-Leitungssystemes – wie bei para-His gelegenen Leitungsbahnen oder wie bei der Ablation des slow-pathway des AV-Knotens – arbeiten wir in der Regel mit der modernen „Cryo-Ablation“. Wenn beim „Cryo-Mapping“ (Probe Kühlung bei -30°C) eine Reiz-Leitungsstörung auftritt, so kann das Substrat wieder „aufgetaut“ werden, die Läsion ist somit reversibel. Bei nachgewiesen sicherem Ablationsort kann dann eine Cryo-Ablation bei -80°C erfolgen.

Liegt eine komplexere Arrhythmie vor, zum Beispiel ein postoperatives Vorhofflattern mit atypischem Erregungsverlauf oder eine komplexere Kammertachykardie, arbeiten wir mit dem elektro-anatomischen Mapping-System Carto®, welches uns unter anderem den Erregungsverlauf im Herzen aufzeigen kann. Zusätzlich besteht bei komplexer Anatomie die Möglichkeit, mit Carto-Merge® Kernspintomographie-Bilder in das System einzuspielen, und in der vorgegebenen Anatomie die elektrische Information zu erfassen.

Weitere Informationen zu interventionellen Behandlungsverfahren

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